Dienstag, 20. Oktober 2015

Textprobe Theaterstück
PRETTY WOMAN REVISITED:



2. Szene, Hotelzimmer:

Jennie:
Hast Du das Geld? Wir wollen die Salami doch bezahlen!

Freddie: Freddie gibt ihr das Geld
Kannst du dich ausziehen und umdrehen? Gib die Hände auf den Spülkasten! Darf ich dich in den Arsch ficken?

Jennie:
Soll ich mich nicht mal kurz um deinen Schwanz kümmern?

Freddie:
Geht schon! Kannst du mir das Kondom rauftun!? Hast du Gleitcreme da? Schnell! Warte, ich mach` s mit Spucke!

Sie beginnen zu kopulieren.

Jennie:
Ah! Nicht so schnell! Beruhig Dich! Alles okay!

Freddie bekommt nach kürzester Zeit einen Orgasmus.

Jennie:
Alles okay? Du warst gut, baby, das warst du! Wow! Lange nicht mehr so gefickt worden.

Freddie:
Danke, dass du das sagst!

Jennie:
Ich meine es ernst!

Freddie:
Nein, ich finde das auch gut so! Ich meine, wer zahlt denn hier 100 Euro!

Jennie:
Wenn du willst, zahlst du für den zweiten Fick nur 50, dann musst du nicht traurig sein, dass es so schnell gegangen ist! Und um die restlichen 50 bestellst du uns eine Flasche Whiskey und was zu Essen!

Freddie:
Super Idee! Pizza?

Jennie:
Pizza! Und ich geh mich duschen. Würdest du draußen warten?

Freddie:
Aber sicher! vor der Badezimmertüre, schreit ihr: Welche Pizza?

Jennie:
Egal!

Freddie geht raus, ruft vom Zimmertelefon aus die Rezeption an und bestellt eine Flasche Whiskey und zwei Pizzen, dann geht er wieder zum Fenster.

Freddie:
Ich hab arschgefickt! Ich hab arschgefickt! Wieso rufst du nicht an! nimmt seine Handy raus Wieso ruft die nicht an?! Warum... Bitte! Ruf einfach an! Was ist so schwer daran? Komm schon! Wenn du jetzt anrufst, vergessen wir alles, ich schicke die Nutte nach Hause und wir fangen ganz von vorne an! Bitte! Verdammt! Okay! 10, 9, 8, wenn du jetzt... 10, 9...Wenn Sie jetzt anrufen, haben Sie nicht nur die Chance auf 100 000 Euro, sondern auch auf unseren neuen Sportwagen mit Scheißespritzer am Dach! 10, 9, 8, 7, wenn Sie jetzt anrufen, haben Sie nicht nur die Möglichkeit auf unseren neuen Sportwagen mit Scheißespritzer am Dach, sondern auch auf ein funkelnagelneues Leben! Ein neues Leben für Sie und Ihre Familie, wenn Sie jetzt anrufen... es klingelt, Freddie erschrickt Unterdrückt? atmet tief durch, nimmt den Anruf entgegen Hallo! Hallo, Michael! Ja, ich hab dich angerufen! Nein, das hat sich schon erledigt! Egal! Nein! Ja, Scheiße, nicht!? Hab auch keine Ahnung, was mit ihr los ist! Ja, ich weiß, dass Judith bei ihr ist. Was? Nein, sie hat` s mir gesagt! Ja, manchmal! Ja, mach ich! Okay! Ciao!

Es klingelt an der Türe. Er atmet tief durch und öffnet die Türe. Er nimmt die Flasche Whiskey an sich und bezahlt. Dann geht er am Fenster vorbei zum Tisch und gießt sich ein Glas ein. Jennie steht in der Badezimmertüre mit zwei großen, weißen Handtüchern bekleidet.

Jennie:
Krieg ich auch einen Schluck!?

Er gießt ihr auch ein Glas ein, sie setzt sich an den Tisch. Freddie setzt sich ihr gegenüber hin. Sie prosten sich zu und trinken.

Freddie:
Ich möchte jetzt nicht mit der Türe ins Haus fallen, aber würdest du mich heiraten?

Jennie:
???

Freddie:
Ich meine nicht jetzt sofort. Wir würden uns noch ein wenig besser kennen lernen, um zu schauen, ob wir einander vertrauen können, aber ich möchte, dass du finanziell unabhängig bist. Also würde ich vorschlagen, wir setzen morgen einen Ehevertrag auf und gehen zum Standesamt. Die kirchliche Hochzeit kann warten, ich bin da nicht so! Was sagst du?

Jennie:
Klar, ich wollte selbst schon fragen! Ich wollte nur den richtigen Moment abwarten!

Freddie:
Nein, ich meine es ernst! Du bräuchtest dir nie wieder Gedanken über Geld zu machen! Meine Eltern haben mir ein kleines Vermögen vermacht. Wenn ich das gut verzinse, können wir für immer davon leben. Ich würde dir monatlich sagen wir 2000 Euro überweisen und du brauchst nur morgen mit mir zum Standesamt gehen! Was sagst du?

Jennie:
Liebst du mich?

Freddie:
Es wäre keine Heirat aus Liebe, mehr eine Zweckgemeinschaft. Du könntest nach ein paar Jahren, wenn kein Verdacht mehr auf uns fällt, auch eine eigene Wohnung haben!

Jennie:
Kein Verdacht?

Freddie:
Ich brauche dich. Du musst mir helfen, meine Ex- Freundin umzubringen!

Jennie:
Scheiße! Dieses Fach habe ich nicht belegt auf der Nuttenschule! Ermordung von Ex- Freundinnen meiner Klienten. Dafür habe ich mich nicht eingeschrieben! Ich habe immer gewusst, dass das ein Fehler war, hätte ich vielleicht tauschen sollen gegen "Richtig Blasen", oder "Wie bekämpfe ich Filzläuse"!

Freddie: ist plötzlich sehr bestimmt
Mach keine doofen Witze und stiehl mir nicht meine Zeit! Ich meine das todernst. Wenn du es nicht mit mir machen willst, muss ich mir halt jemand anderen suchen! Ich hätte es auch ohne dich gemacht, aber jetzt ist eine scheiß Freundin bei ihr in der Wohnung und zwei schaffe ich nicht alleine. Also hilfst du mir nun, oder nicht?

Jennie: steht auf und umarmt ihn
Komm! Wir trinken jetzt schön unseren Whiskey aus, essen unsere Pizza und dann schläfst du noch einmal mit mir! Danach sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, okay!?

Freddie: macht sich von ihr los
Behandle mich nicht wie ein scheiß kleines Kind! Ich weiß, was ich tue und ich brauche jemanden, dem ich vertrauen kann, weil er selbst mit drin steckt. Es kann dir nichts passieren! Niemand wird auf den Gedanken kommen, dich zu verdächtigen und du hast ausgesorgt für dein Leben! Verstehst du? Ich hol dich aus der Scheiße, wenn du mich aus der Scheiße holst!

Jennie:
Aber warum willst du sie denn umbringen?

Freddie:
Das ist meine Sache!

Jennie:
Das ist nicht deine Sache, wenn ich mitmachen soll! Also, warum willst du sie umbringen?

Freddie:
Warum? Darum! Sie hat unsere Zukunft zerstört! Sie hat die Pläne kaputt gemacht! Man kann nicht einfach hergehen, Vereinbarungen treffen, dann brechen, und dann glauben, alle richten sich nach dir! Es war so ausgemacht, verstehst du!?

Jennie:
Naja, aber..

Freddie:
Nein, nichts naja, aber! Du kannst auch nicht einfach hergehen und ein Leben zerstören! Und wenn du es tust, dann darfst du dich aber nicht wundern, wenn der andere dann dein Leben zerstört! Verstehst du? Gerechtigkeit! Bitte! Du musst mir helfen!

Freddie beugt sich zu ihr runter, sie beginnen sich zu küssen.

Jennie:
Sag mir einen schönen Grund, und ich tu` s! Abgesehen von dem ganzen Geld, das für mich rausspringt!

Freddie:
Sie will einen Grund dafür!

Jennie:
Einen schönen!

Freddie:
Sie will einen schönen Grund von mir! Okay! Es wäre ein Mord aus Liebe! Was gibt es Schöneres?

Jennie:
Liebe ohne Mord!

Freddie:
Du machst mich wahnsinnig!

Jennie:
Schlaf mit mir!

Freddie:
Hilfst du mir dann?

Jennie:
Schlaf mit mir!

Sie werfen sich auf die Couch. Freddie beginnt sich auszuziehen. Es klingelt.

Freddie:
Scheiße!

Freddie öffnet die Türe, nimmt die beiden Pizza- Kartons entgegen, schließt die Türe.
Freddie:
Ficken oder Essen?

Jennie:
Essen!

Freddie:
Essen? Zuerst wolltest du noch mit mir schlafen!

Jennie:
Ich bin eine Nutte! Ich schlafe mit Männern, weil sie es wollen, nicht, weil ich es will!

Freddie:
Ist schon klar, nur, es hat sich kurz mal so angefühlt, wie wenn du... aber war wahrscheinlich nur Einbildung! Also, ficken oder essen?

Jennie:
Essen!

Freddie:
Ficken?

Jennie:
Essen!

Freddie:
Verfressenes Luder! Capricciosa oder Salami?

Jennie:
Salami!

Freddie:
War doch klar!

Jennie:
Sowieso!

Sie setzen sich hin und essen. Nach ein paar Bissen:

Jennie:
Schmeckt` s dir?

Freddie:
Ich hasse Capricciosa!

Jennie:
Ich mag sie ganz gerne, ich wollte nur höflich sein, weil da mehr Belag drauf ist! Du hast sie ja schließlich bezahlt!

Freddie:
Dann lass uns tauschen!

Jennie:
Nein! Du bist der böse Frauenmörder, du musst auch die Capricciosa essen!

Freddie:
Hätte ich dich nur unten stehen gelassen!

Jennie:
Hast du aber nicht! Schmeckt sie wirklich so grauenhaft?

Freddie:
Es geht so! Ohne diese scheiß Oliven wäre sie ganz gut!

Jennie:
Wer hat bestellt? Du oder ich?

Freddie:
Ich, aber du hast gesagt, es ist dir egal!

Jennie:
Na, da siehst du, was rauskommt, wenn einem alles egal ist!

Freddie:
Können wir jetzt aufhören zu reden! Ich muss mich auf meine Pizza konzentrieren! Ich habe die ganze Nacht und den ganzen heutigen Tag von einer frischen, saftigen Pizza Capricciosa mit extra viel Oliven geträumt. Die möchte ich jetzt in aller Ruhe
genießen, du... sucht nach einem passenden Wort

Jennie:
Bscht! Nicht reden! Genießen! Freddie setzt an, etwas zu sagen Bscht!

Sie essen still, aber irgendwie erheitert vor sich hin. Etwa bei der Hälfte der Pizza:

Jennie:
Ich mach` s!

Freddie:
Was machst du?

Jennie:
Ich helfe dir, deine Freundin umzubringen!

Freddie:
Nein! Geile Scheiße! Bist du dir sicher?

Jennie:
Erzähl mir, wie wir das anstellen!